Husum, Schobüll – Gedenken, wie es wirklich war

Der Artikel ist vom Nordfriisk Instituut für das Nordfriesische Jahrbuch 2018 ausgewählt und dort in aktualisierter Form publiziert worden.

Vorwort Fakten zum Aufstieg der NSDAP im Husumer Umland

Schon der Reichstagswahlkampf 1919/20 war von populistischer Deutschtümelei und Nationalismus geprägt. Blut-und-Boden-Ideologie, völkisches und antisemitisches Gedankengut sowie der Ruf nach einem Führer – all das war den Schleswig-Holsteinern bereits von der Landvolkbewegung, von „vaterländischen“ Vereinen und „nationalen“ Kampfverbänden her bekannt.1

Spätestens ab dem Jahr 1924 galt die Deutschnationale Volkspartei als Wegbereiter der NSDAP. Sie war antidemokratisch eingestellt und die einzige der bis dato reichsweit bedeutenden Parteien mit festgeschriebener antisemitischer Programmatik.2 Bei der Reichstagswahl am 04.05.1924 erreichte die DNVP insgesamt 19,5 % der Stimmen.3 Innerhalb von Schleswig-Holstein stimmten 31 % der Wähler für die DNVP. Übertragen auf das Reich hätte dieses Wahlverhalten die Deutschnationalen zur stärksten Kraft gemacht. Im Wahlkreis Husum stimmten 54,3 % für die antisemitische und antidemokratische DNVP4 – die absolute Mehrheit.

Aufgrund dieser Vorprägung konnte sich die NSDAP in Husum-Eiderstedt bereits im Jahr 1929 etablieren, ein Jahr früher als im Rest des Reichs,5 und zwar auf Kosten der DNVP, die schlagartig in der Bedeutungslosigkeit versank. Gegen Ende des Jahres 1931 gab es prozentual zur Restbevölkerung gesehen nirgendwo so viele NSDAP-Mitgliedschaften wie in Schleswig-Holstein.6

Bei der letzten freien Reichstagswahl am 06.11.1932 kam die NSDAP reichsweit auf einen Stimmanteil von 33,1 %.7 Der Wahlkreis Husum stimmte mit satten 63,2 %. Südlich von Husum im Kreis Eiderstedt waren es 56,9 %. Nördlich von Husum im Kreis Südtondern waren es 68,2 %.8 Das sind auf Kreisebene die höchsten Wahlerfolge der NSDAP nicht nur in Schleswig-Holstein (45,7 %), sondern mitunter im gesamten Deutschen Reich.9 – An diesem 06.11.1932 lag die Wahlbeteiligung im Kreis Husum bei 85,6 %.10 Jeder zweite Wahlberechtigte hat die NSDAP gewählt.

Bei der Reichstagswahl am 05.03.1933 (nach Hitlers Machtergreifung) konnte die NSDAP noch weiter zulegen. 68,5 % der Wähler aus dem Kreis Husum stimmten für die NSDAP. Im Kreis Eiderstedt waren es 63,2 %. Im Kreis Südtondern waren es 73,5 %. Schleswig-Holstein als Ganzes sprach sich dabei „lediglich“ mit 53,3 % der Wähler für die NSDAP aus.11 Reichsweit kam die NSDAP sogar „nur“ auf 43,9 % der Stimmanteile.12

Kaum etwas wurde im ländlichen Schleswig-Holstein so begrüßt wie der Nationalsozialismus. Allein diese Zahlen weisen den Schleswig-Holsteinern eine besondere Rolle bei der Aufarbeitung ihrer NS-Vergangenheit zu. Das umfasst auch ein sich mitteilendes Bewusstsein über den selbst gewählten Kurs, der letztlich zum Holocaust und zur Weltkriegskatastrophe geführt hat. Mitunter liest sich der Hauptgrund für den damaligen Zulauf nach rechts, nämlich die Angst des Mittelstands vor dem sozialen Abstieg,13 wie eine Beschreibung aus der Gegenwart, was noch einmal die Notwendigkeit unterstreicht, dem Vergessen und Verdrängen in Schleswig-Holstein eine lebendige Erinnerungskultur entgegenzusetzen.

Haupttext – Geschichtesfälschung im Husumer Ortsteil Schobüll

Ingwer Paulsen war Kreiskulturwart der NSDAP für den Kreis Husum.14 Am 12.05.1933 hielt er, der Kunstmaler aus Halebüll, auf einer NSDAP-Versammlung im Schobüller Friesenheim eine flammende Rede über Ziele und Aufgaben des Nationalsozialismus. Fünfzehn Schobüller traten infolgedessen der SA bei.15 Nach Ingwer Paulsens Tod im Jahre 1943 haben die Einheimischen eine Straße nach ihm benannt. Sie heißt noch heute so. – Fotografien, die Ingwer Paulsen und den Ingwer-Paulsen-Weg zeigen, finden sich in der Bildchronik „Schobüll, wie es früher einmal war“ von Erwin Jacobsen. Hintergrundtexte wie den obigen sucht man dort vergebens. Das Buch glänzt vor allem durch das Weglassen von derartigen Informationen. Dennoch wurde das Werk bei seinem Erscheinen im Jahre 2010 von führenden Politikern auf Stadt-, Kreis- und Landesebene unter anderem mit folgenden Worten begrüßt: „Die von Herrn Jacobsen zusammengestellte Sammlung historischer Fotos aus dem Husumer Ortsteil Schobüll, verbunden mit den exakt recherchierten Beschreibungen, gibt uns einen wertvollen Einblick in die Entwicklung der Gemeinde Schobüll in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.“16 In der Tat stammt der Großteil der Bilder aus der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus und aus der NS-Zeit selbst. Allerdings wird der historische Kontext vollkommen ausgeblendet. Die als exakte Beschreibungen bezeichneten Bildunterschriften werfen mehr Fragen auf, als durch die Publikation beantwortet werden. Sechs der rund 350 Bilder zeigen zwar auch ein in Schobüll betriebenes Lager der Hitlerjugend, eingebettet sind diese Fotos allerdings in das Postkartenidyll von Bauernhäusern und familiär heiterem Landleben. Eine solche Darstellung deckt sich mit der Zielsetzung von Jacobsens Werk: dem Herausarbeiten einer möglichst „fotogenen Vergangenheit“.17 Dass unter diesem Aspekt auch eindeutiges NS-Bildmaterial kuratiert wurde, ist geschmacklos. Was hier als eine Art Pfadfindercamp mit „Lagermutter Christiansen“ dargestellt wird, ist eine NSDAP-Einrichtung, in welche die Kinder letztlich unfreiwillig eingegliedert wurden – allerdings nur jene, die man aufgrund geistiger und körperlicher Verwertbarkeit nicht zu vergasen gedachte.18 Die „Pimpfe“ wurden zwischen Fahnenappellen und körperlicher Ertüchtigung in Rassenlehre und NS-Ideologie geschult. Letztlich wurden sie auf den Kampfeinsatz vorbereitet. Wie wahr das ist, zeigt ein Foto von 1936 in der Publikation von Thomas Steensen.19 Dort ist eine Gruppe desselben „Jungvolks“ im Alter zwischen 10 und 14 Jahren aus Oster-Ohrstedt zu sehen. Sieben der 16 Jungen überlebten ihren späteren Kriegseinsatz nicht.

Andere Bildunterschriften in dem Buch „Schobüll, wie es früher einmal war“ sind schlichtweg falsch. Auf Seite 184 wird ein Haus bezeichnet, das bis 1945 zur „Bundesvermögensverwaltung“ gehören sollte. Davon abgesehen, dass sich hinter solchen Bezeichnungen üblicherweise dieselben Hausherren verbergen, die auch die „Bundesstelle für Fernmeldestatistik“20 in Hockensbüll betreiben (BND), kann bis 1945 noch überhaupt keine Bundeseinrichtung existiert haben. Über die Qualität der Recherche können auch die Buchseiten 195/196 Auskunft geben. Dort ist ein Waldschulgebäude zu sehen. Heute wird es von der Delphin-Stiftung genutzt. Zwei widersprüchliche Bildunterschriften besagen einerseits, dass das Rote Kreuz hier durchgehend zwischen 1933 und 1938 ein Kinderheim betrieben haben soll, gleichzeitig wäre das Haus „in den Jahren 1934 bis 1936 als Schule genutzt worden“, allerdings nur deshalb, „da die Dorfschule erweitert und ausgebaut wurde.“ Fakt ist, dass hier am 14. Oktober 1934 die NSDAP-Parteiführerschule des Kreises Husum feierlich eingeweiht wurde – eine Kaderschmiede für lokale NS-Führer, die von Spenden der hiesigen Bevölkerung mitgetragen wurde: „Am Sonnabend gegen 1 Uhr marschierten von der [Husumer] Freiheit die aus allen Teilen des Kreises versammelten Politischen Leiter, zusammen mit der SA, über 100 Mann, mit wehenden Fahnen nach Schobüll. Bei dem herrschenden Winde boten die flatternden Hakenkreuzbanner in der Sonne ein herrliches Bild. Auf dem Schobüller Berg vereinigten sie sich mit weiteren Ortsgruppen, so daß auf dem Platz vor dem neuen Heim 34 Fahnen und die Standarte der SA Aufstellung nehmen konnten. […] Idyllisch in der Stille der Schobüller Tannen gelegen, erscheint das ehemalige Erholungsheim für seine neue Aufgabe ganz besonders geeignet.“21 Im Friesenheim wurde anschließend gefeiert. Schobüll war zu einem Zentrum der nationalsozialistischen „Bildung“ im Kreis Husum geworden.

Auf keinem der Fotos sind die Zwangsarbeiter zu sehen, die in den Kriegsjahren 1939-45 das Bild Nordfrieslands so stark geprägt haben. Auf nahezu jedem nordfriesischen Bauernhof waren ein bis drei22 und in manchen Fällen bis zu zehn23 Zwangsarbeiter über Jahre beschäftigt, was auch die Existenz von so manchem Barackenbau im ländlichen Raum erklären hilft. Mitunter waren die überwiegend aus Polen und Russland verschleppten Menschen auch direkt in den Höfen untergebracht. Die NS-Ideologie, aber auch die Verdrängung des Umgangs mit den damaligen Ostarbeitern prägt bis heute ein fehlgeleitetes Denken, das sich noch immer in den Alltagsäußerungen der Nordfriesen nachweisen lässt. Interviews mit Zeitzeugen aus Nordfriesland, die die Zwangsarbeiter als Kinder auf dem elterlichen Hof erlebt haben, legen u. a. die Muster der Verdrängung offen.24 Hier wird eine Vergangenheit konstruiert, die dem positiven Erfahrungsumfeld aus dem familiären Blickwinkel einen höheren Stellenwert einräumt als dem Gewaltcharakter der Gesamtsituation. Das ist derselbe Vorgang, der auch für den Bildband „Schobüll, wie es früher einmal war“ so bezeichnend ist. –

Wie es um die Erinnerungskultur in unserer jüngsten Vergangenheit bestellt ist, wird am Beispiel des Bildbands „Schobüll, wie es früher einmal war“ deutlich. Unliebsame Fakten werden gar nicht oder verfälscht wiedergegeben. Bei der Verwendung von eindeutigem NS-Bildmaterial ist die kritische Distanz zum Nationalsozialismus vollkommen aufgehoben. Weitere im Jahr 2010 aktive Lokalpolitiker wie Albert Pahl (Kreispräsident) und Dieter Harrsen (Landrat) lobten Jacobsens Werk mit den Worten: „Ein Buch wie dieses wünschen wir jeder Gemeinde.“25 Als erste Unterstützerin ist im Nachwort die Stiftung Nordfriesland genannt, die sich auch in anderen Bereichen mehr durch In- als durch Fachkompetenz hervortut.26 Das ist hier umso fataler, da dieselbe Stiftung auch die kreiseigenen KZ-Gedenkstätten betreut. Von den Verkaufserlösen des Buches profitiert die Evangelische Kirche,27 die den Absatz des Werkes über das Schobüller Kirchlein am Meer tatkräftig fördert. Letztlich werden in Jacobsens Buch zahlreiche Privatpersonen genannt, die sein Werk mit Spenden unterstützt haben. Über die geteilte persönliche Empfindung, die beim Betrachten der alten Heimatbilder entsteht, wird im Hier und Jetzt eine positive gemeinschaftliche Erfahrung erzeugt, die rückwirkend das Dargestellte zur historischen Wahrheit verklärt. „Ja, so war es!“, besagt schon der Titel des Buches. Man einigt sich.

Infolge dieser Vorgänge sind nun bereits Teile des Bildbands permanent im öffentlichen Raum des Dorfes ausgestellt. Am Schobüller Strand ist ein Foto des Friesenheims aus dem Jahr 1935 zu sehen. Das Bild aus dieser Zeit steht allerdings nicht mehr mit der einschneidenden Erfahrung des Nationalsozialismus und den regelmäßig in dem Haus abgehaltenen NS-Kundgebungen in Verbindung, sondern lediglich mit einer vermeintlich ungebrochenen Kontinuität von badenden Urlaubsgästen und vergnügten Ferienkindern. Man hat sich der eigenen nationalsozialistischen Vergangenheit nicht gestellt, sondern sie für den Tourismus erschlossen. Dazu hat das Ordnungsamt der Stadt Husum am 25.08.2015 eine Sondergenehmigung erteilt, und zwar am Kulturausschuss vorbei. Zum Vergleich: Der Kulturausschuss selbst hat sich im November 2016 um das Aufstellen von nur einer einzigen Tafel bemüht, die außerhalb der offiziellen Gedenkstätten an die Verbrechen der NS-Zeit erinnern sollte. Dieser Antrag wurde abgelehnt, während die ca. ein dutzend Schilder von Herrn Jacobsen nun allesamt für sein Buch und die darin enthaltene Geschichtsdarstellung werben. Dazu gehört auch eine Bildtafel im Süderbergweg. Auf dem Foto dort ist eine Wehrmachtsanalge mit Wachturm zu sehen, die von Stacheldraht und einem Schutzwall umgeben ist. Erwin Jacobsens Bildunterschrift lautet: „Café mit Aussichtsturm“. Deutlicher kann man Geschichte nicht verdecken.

Bilderbuchchroniken wie diese werden schon bei Christian M. Sörensen als wenig ergiebig für die tatsächliche Erfassung der Vergangenheit bezeichnet.28 Zudem kritisiert Sörensen, dass bereits Mitte der 90er Jahre eine ganze Fülle solcher Werke erschienen sind.29 Der Bildband „Schobüll, wie es früher einmal war“ gehört in diese Kategorie. Das Entstehen eines solchen Werkes im Jahre 2010 sowie die breite Unterstützung, die bis heute andauert,30 bezeugen, dass die eigene NS-Vergangenheit noch immer nicht angenommen, sondern viel eher aus der eigenen Identität ausgeklammert ist. Eine Generation, die mit einer solch oberflächlichen Chronik und der damit verbundenen Haltung gegenüber der Geschichte aufwächst, wird keine Fragen mehr stellen und keine Verantwortung übernehmen können. Erwin Jacobsens Publikation „Schobüll, wie es früher einmal war“ vererbt das lokal vorherrschende Schweigen der Eltern- und Großelterngeneration.

Statt einer Geschichte auf Ansichtskartenniveau bedarf es einer würdigen Erinnerungskultur, insbesondere im öffentlichen Raum. Diese Erinnerungskultur muss mit der kritischen Aufarbeitung von Gemeinde-, Vereins- und Dorfchroniken beginnen. Das schließt heutzutage auch Wikipediaeinträge mit ein. Gleichsam sollten Straßen heute nicht mehr nach den Verherrlichern des Nationalsozialismus benannt sein, sondern nach deren Opfern. Erinnerungsstätten gehören nicht an den Rand des gesellschaftlichen Lebens, sondern mitten in den öffentlichen Raum, wo sie den Anstoß zu einer permanenten Befragung der eigenen Geschichte geben. Es gilt, die unbequeme Erinnerung an eine Zeit lebendig zu halten, die für niemanden idyllisch war. Das ist das Völker verbindende Element und die einzige Möglichkeit, sich aus der verschuldeten Katastrophe heraus um ein würdiges Erbe zu bemühen.

J.-C. P. (11.2016)

Fußnoten

01   Thomas Steensen, Geschichte Nordfrieslands von 1918 bis in die Gegenwart, Seite 61, Nordfriisk Instituut, Bredstedt, 2006. [Diese Publikation wird im Folgenden mit „Steensen“ bezeichnet.]

02   Christian M. Sörensen, Politische Entwicklung und Aufstieg der NSDAP in den Kreisen Husum und Eiderstedt 1918-1933, Seite 91; Wachholtz Verlag, Neumünster, 1995 [Diese Publikation wird im Folgenden mit „Sörensen“ bezeichnet.]

03   Sörensen, Seite 518 und 519

04   Steensen, Seite 44, 45

05   Sörensen, Seite 32, 33

06   Sörensen, Seite 386 ff.

07   Sörensen, Seite 518 und 519

08   Steensen, Seite 44, 45

09   Steensen, Seite 60

10   Sörensen, Seite 445

11   Steensen, Seite 44 und 45

12   Sörensen, Seite 518 und 519

13   Sörensen, Seite 485

14   Holger Piening, Nordseeküste im Krieg 1939 – 42, Seite 257; Boyens Buchverlag, 2010

15   Husumer Nachrichten vom 13.05.1933, Kreisarchiv Nordfriesland

16   Birgitt Encke (Bürgervorsteherin) und Rainer Maaß (Bürgermeister) aus dem Grußwort der Stadt Husum in Erwin Jacobsen, „Schobüll, wie es früher einmal war“, Schobüll, 2010

17   Mit den Worten „Auf der Suche nach fotogener Vergangenheit“ war im Juli 2008 jener Artikel in den Husumer Nachrichten überschrieben, der zum Einsenden von Bildmaterial aufrief. So steht es in dem von Alfred Lorenzen verfassten Geleitwort, das dem Bildband „Schobüll, wie es früher einmal war“ vorangestellt ist.

18   Die Euthanasie in Schleswig-Holstein und die Mitschuld der Schleswiger Gerichtsbarkeit ist u. a. durch die Flensburger Theaterwerkstatt Pilkentafel in dem Stück „Westliche Höhe“ auf künstlerisch hohem Niveau verarbeitet worden. Fortlaufende Kostenrechnungen, die von den „Heilanstalten“ an die Verwandten der Eingewiesenen geschickt wurden, täuschten über Wochen und Monate therapeutische Bemühungen vor, obwohl man die Patienten längst ermordet hatte. – Zu aller erst geht es in dem Stück „Westliche Höhe“ aber um die letzten Tage des Dritten Reichs, das nicht etwa in Berlin sein Ende fand, sondern in Flensburg. Infolgedessen tauchten zahlreiche hohe NS-Funktionäre im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins unter.

19   Steensen, Seite 99

20   Vgl. Kommentierung auf Seite 120 in Jacobsen, „Schobüll, wie es früher einmal war“; Jacobsen, Schobüll, 2010

21   Husumer Nachrichten vom 15.10.1934 – Die im weiteren Verlauf des Zeitungsartikels gegebene Gebäudebeschreibung stimmt eindeutig mit dem in Jacobsens Buch abgebildeten Waldschulgebäude überein.

22   Steensen, Seite 101

23   Mandy Jakobczyk, Eva Nowottny und Astrid Schwabe (unter eingehender Beratung und Betreuung durch Prof. Dr. Uwe Danker), „Interviews mit Kindern ehemaliger Arbeitgeber“ in Uwe Danker, Nils Köhler, Eva Nowottny, Michael Ruck (Hg.), Zwangsarbeitende im Kreis Nordfriesland 1939 – 1945, Seite 128; Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld, 2004

24   ibd., Seite 118 ff.

25   „Grußworte des Kreises Nordfriesland“ in Jacobsen, „Schobüll, wie es früher einmal war“, Husum, 2010

26   Anhand von stiftungseigenen Publikationen kann nachgewiesen werden, dass Ausschreibungen auf Familienangehörige der Geschäftsführung, Johanna Jürgensen, zugeschnitten wurden. Ferner wurden Strukturen geschaffen, bei denen das Stiftungskuratorium zugleich in die Position des Antragsstellers um Fördermittel versetzt wurde. So wurden 35.000 Euro an Stiftungsgelder ohne kritische Kontrollinstanz vergeben. Der Abschlussbericht dazu ist eine Farce. Die inhaltsleere Befürwortung von qualitativ niederschwelligen Kulturangeboten ist das aussagekräftigste Indiz dafür, dass hier den persönlichen Beziehungen ein höherer Stellenwert eingeräumt wurde als den Fragen zur Notwendigkeit.

27   „Eine selbstkritische Beschäftigung mit der Zeit des Nationalsozialismus gab es in den meisten Kirchengemeinden nicht.“ [Steensen, Seite 128]

28   Sörensen, Seite 34

29   ibd.

30   Der Husumer Bürgervorsteher Peter Empen hat zur Einweihung der Ausstellung gesprochen.


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